Marcelo Barrios

Marcelo Barrios war 21 Jahre alt und studierte Geschichte und Geographie an einer Universität in Valparaíso, als er am 31. August 1989 im Auftrag des Pinochet-Regimes brutal ermordet wurde. Er war einer der letzten Freiheitskämpfer, die während der Diktatur in Chile ums Leben gekommen sind. Damit diese Gräueltat nie in Vergessenheit gerät, veranstalten seine Bekannten, Freunde und Nachbarn jedes Jahr einen Erinnerungsmarsch. Da dieser in den letzten Jahren jedoch meist sehr traurig verlief, stand die Veranstaltung in diesem Jahr unter dem Motto: Licht, Farben, Freude und Musik.

Und so kam es, dass auch die „murga“ eingeladen wurde. Wer oder was ist die „murga“? Die murga ist ein Trommel- und Perkussionsorchester, welches im Rahmen des neuen Sozialprojektes der EPA entstanden ist. An sich kann man sich die murga wie eine Art Spielmannszug vorstellen. Da auch Maite und ich seit zwei Wochen bei dem Sozialprojekt in den sogenannten „tomas“ mithelfen dürfen und auch ab und zu in der murga mitspielen, wurden wir vom profe Kelo (dem Leiter der murga) herzlich eingeladen, mit zu der Veranstaltung zu kommen, um die murga zu unterstützen. (Keine Sorge, ausführliche Details zum Projekt in den „tomas“ und zur murga kommen bald!;-)) Da Maite leider sehr müde war, machten letztendlich nur Laurenz und ich uns auf den Weg in die cerros (Hügel) von Valparaíso. Dort angekommen, versammelten wir uns beim Haus einer ehemaligen Bekannten von Marcelo, die uns sofort auf einen Tee in ihrer Küche einlud und uns einige Anekdoten zu Marcelo Barrios erzählte. Die perfekte Stärkung für den bevorstehenden Auftritt! Nach kurzer Besprechung und Probe mit der murga, entschieden wir uns für drei Songs: „Bella Ciao“, „Ay Carino“ und noch einen, dessen Namen ich leider vergessen hab. Alle drei Songs sind super energiegeladen und passten thematisch auch gut zum Erinnerungsmarsch für den Freiheitskämpfer Marcelo Barrios.

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die murga beim Proben – auch ich durfte mitspielen 🙂

Nach und nach versammelten sich Freunde, Bekannte, Familie und Nachbarn in der Straße und zunächst wurden die wunderschönen „murales“ (Wandmalereien) vorgestellt – der farbige Teil der Veranstaltung (Bild: siehe oben). Langsam bewegte sich der Marsch die Straße hinunter, mit musikalischer Begleitung unserer murga – der musikalische Teil der Veranstaltung. Nachdem die Sonne hinter den Hügeln verschwunden war, steckten wir alle gemeinsam Kerzen und Fackeln an – der „lichte“ Teil der Veranstaltung.

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Licht und Worte

Mit kleinen Reden in Erinnerung an Marcelo Barrios, dem Licht, den murales und der Musik wurde der diesjährige Marsch zu einer total freudigen und schönen Veranstaltung. „So hätte Marcelo es gemocht“, erzählt mir profe Kelo.

Zum Abschluss des Tages und einer gelungenen Veranstaltung wurden wir von dem unglaublichen Ausblick über Valparaíso und Vina del Mar in der Ferne belohnt.DSC02865

Die Rückfahrt zu zehnt im Fünfsitzer war zwar ziemlich holprig, das änderte aber nichts an einem absolut gelungenen Abend 🙂

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