Hallo ihr Lieben,
lange habe ich mich nicht mehr gemeldet, jetzt komme ich endlich mal wieder dazu, ein wenig was zu schreiben. Also dachte ich mir, ich stelle Euch mal meine Gastfamilie vor! In dem Haus, das oben auf dem Bild zu erkennen ist, dort wohnen wir. Wir? Das sind meine Gastfamilie, ein venezolanisches Ehepaar mit Baby und ich – alle zusammen 8 Leute unter einem Dach. Ist also immer was los bei uns 😉
Neulich konnte ich endlich mal alle zu einem Familienbild zusammentrommeln (naja, fast alle). Darf ich vorstellen: meine chilenische Familie! 
Von links nach rechts: Mama Icha (meine Gastoma), Victor (Maricelas Halbbruder), Marcelo (das 7 Monate alte Baby), Maricela (meine Gastmama), Aarón (mein Gastbruder), Anner und Oriana (das venezolanische Ehepaar) – und ich 😉 Leider fehlt Alexis, mein Gastonkel. Oriana, Anner und Marcelo sind kurz nach mir hier eingezogen, allerdings nur temporär, denn momentan suchen sie eine eigene Wohnung in der Nähe. Victor wohnt eigentlich in Santiago, er war während der fiestas patrias zu Besuch.
Auch wenn es für mich erstmal eine ziemliche Umgewöhnung war, von einem 3-Personen Haushalt in einen 8-Personen Haushalt umzuziehen, fühle ich mich pudelwohl. Schon seit 12 Jahren empfängt Familie Castaneda Soto deutsche Freiwillige. Der Kontakt zur EPA ist übrigens durch Alexis entstanden, der vor 20 Jahren selbst als Schüler dort angefangen hat und heute als Lehrer an der EPA arbeitet. Am Anfang habe ich mich erstmal ein wenig komisch gefühlt, da ich ja irgendwie „nur die neue Deutsche“ bin, eine von so vielen. Aber schnell hat mich meine chilenische Familie ins Herz geschlossen und mittlerweile fühle ich mich wie eine weitere Tochter. Seitdem die Venezolaner eingezogen sind, bin ich ja auch nicht mehr die einzige Ausländerin 😉
Wie gesagt, ist mit 8 Leuten immer was los im Haus. Auch wenn das bedeutet, dass keiner von uns wirklich viel Privatsphäre hat, bin ich doch ganz schön froh darüber, dass immer jemand zum reden da ist und ich nie alleine bin. Maricela, Aarón, Alexis und Anner sind unter der Woche immer unterwegs, während Mama Icha, Oriana, Marcelo und ich das Haus hüten. Mama Icha ist einfach ein Schatz – sie ist die Königin des Hauses und kümmert sich einfach um alles! Das allerbeste: Jeden Mittag kocht sie für die ganze Familie das „almuerzo“ (Mittagessen). Ich werde also rundum versorgt. Allerdings versuche ich, so oft es geht beim kochen zu helfen oder zumindest den Abwasch zu machen – ich krieg sonst echt ein schlechtes Gewissen.
Das Haus in dem wir wohnen, hat zwei Stockwerke. Im Erdgeschoss befinden sich Küche, Esszimmer, Wohnzimmer, zwei kleine Badezimmer, Mama Ichas Zimmer und Maricelas Zimmer. Im ersten Stock wohnen Aarón, die Venezolaner und ich im Zimmer in der Mitte. Alexis ist vor 2 Wochen nach nebenan gezogen, in sein eigenes Haus, welches auf dem Hinterhof direkt hinter unserem Haus steht und das nach ungefähr 3 Jahren endlich fertig geworden ist.

Im Hinterhof steht neben zwei Zitronenbüschen und Alexis Haus das absolute Highlight: ein Avocadobaum!!! Die Avocados sind einfach göttlich und sooo viel leckerer als in Deutschland 🙂

Insgesamt bin ich also echt happy und fühle mich wohl in meinem neuen Zuhause. Ich habe hier alles was ich brauche: ein eigenes Zimmer, warmes Wasser, eine Waschmaschine, mehr als genug zu Essen und vor allem eine richtig liebe Familie, die sich um mich kümmert und mich in allem und jedem unterstützt. Eigentlich fast genau so wie in Deutschland auch, nur mit mehr Leuten eben und naja, zu 100% kann meine Familie natürlich nicht ersetzt werden. Vor allem meinen Hund vermisse ich…
Das Familienbild ist übrigens am 18. September, dem chilenischen Nationalfeiertag, entstanden. Leider hat es dieses Jahr geregnet, das hat uns aber nicht davon abgehalten, ein großes asado (Grillen) zu machen und gemütlich mit allen zusammen zu essen und Filme zu gucken.