wir sind da! sind wir da?

Hola chiquillos y chiquillas!

Ich melde mich das erste mal aus Chile. Laurenz, Maite und ich (so heißen übrigens meine Mitfreiwilligen), sind gut in Chile angekommen. Wir sind da!

Als wir am Mittwoch das Flugzeug bestiegen, waren wir nicht nur aufgeregt wie sonst was, sondern auch schon leicht beschwippst von dem überteuerten Mini-Fläschchen Vino blanco, das wir uns anlässlich Maites 18. Geburtstages in Paris Charles de Gaulles gegönnt hatten. Darf ja auch mal sein 😉 und so ein bisschen Mut zutrinken kann nie schaden! aber pssssst…Erst einmal im Flieger Platz genommen, ging dann irgendwie alles ziemlich schnell. Die 14 Stunden nach Santiago de Chile waren zwar nicht sonderlich gemütlich aber vergingen dann doch wie im Flug (hehe;-)). In Santiago sollten wir von einem gewissen Jaime am Flughafen abgeholt werden. Könnte ein Weilchen dauern, wurde uns gesagt. Allerdings hatten wir kaum unsere Koffer vom Band geholt, da empfing uns schon besagter Senor Jaime und brachte uns zu einem Bus. In diesem Bus ging es dann direkt zu einem Parkplatz und dort in einen riesigen Van, in dem gefühlt noch 10 weitere Leute Platz gefunden hätten. Wir stiegen ein und Jaime fuhr los. Alles passierte irgendwie extrem schnell und so richtig glauben konnte ich noch nicht, dass wir tatsächlich in Chile angekommen waren…

  1. la llegada

Da saßen wir also, im Van mit Jaime am Steuer. Mehr als seinen Namen kannten wir nicht. Eigentlich hatten wir von nichts eine Ahnung. Als wir Jaime fragten, wo wir denn jetzt hinführen und was als nächstes passieren würde, sagte er nur: Ich bringe euch jetzt zur EPA (die Musikschule, in der wir arbeiten werden) und mehr weiß ich auch nicht. Nun gut…Nach 1,5 Stunden Fahrt erreichten wir also die EPA. Es kam mir irgendwie total surreal vor, dort angekommen zu sein, denn bis jetzt kannte ich die Schule nur von Bildern. Wir wurden Senora Gabriela vorgestellt. Sie ist die Sozialarbeiterin der EPA und ist unsere Anlaufstelle für das nächste Jahr. Sie zeigte uns kurz die Schule und wir lernten einige Lehrer kennen. Die größte und spannendste Frage war allerdings noch nicht geklärt: Wo würden Laurenz, Maite und ich für das nächste Jahr wohnen? Das wussten wir bis zu dem Zeitpunkt nämlich immer noch nicht.

Als ob sie unsere Gedanken lesen konnte, nahm Gabriela uns an der Hand und wir verließen durch den Hintereingang die EPA. Vor uns stand eine Frau, die sich als Mirta vorstellte und nach „mi nuevo bebe, la vegetariana“ fragte. Damit war die erste von uns untergebracht: Maite würde also nebenan von der Schule bei Mirta wohnen, die nicht nur unsere Mentorin hier in Chile ist, sondern auch die einzige, die bereit ist, vegetarisch zu kochen. Weiter ging es zum nächsten Haus, in dem Laurenz untergebracht werden sollte. Eine verdutzt dreinschauende, ältere Dame öffnete uns die Tür – „Wie jetzt, ein neuer Freiwilliger? Hat mir niemand gesagt. Naja, was soll’s, komm mal rein Laurenz.“ Nun waren also zwei von uns untergebracht. Blieb noch ich. Wir stiegen wieder in den Van ein und fuhren zwei Straßen weiter, dort blieben wir vor einem Haus stehen. Wir klingelten und eine verdutzt dreinschauende, ältere Dame öffnete die Tür – „Wie jetzt, eine neue Freiwillige? Hat mir niemand gesagt…Naja, was soll’s, komm mal rein Jola!“ Gut zu wissen, dass wohl nicht nur wir nicht wussten, wo wir untergebracht werden, sondern die Gastfamilien auch nicht. Naja. Ich war also angekommen in meiner neuen Familie. Die ältere Dame stellte sich als Mama Icha vor und zeigte mir das Zimmer, das von jetzt an meines sein würde. Erschöpft setzte ich mich auf mein Bett und atmete das erste Mal, seitdem ich in Paris den Flieger betreten hatte, tief durch. Wir sind da, dachte ich. Also, zumindest physisch. Aber, wer sagt mir, dass ich das nicht alles träume? So fühlte sich das in dem Moment nämlich an. Ziemlich surreal. Wie soll ich denn sicher wissen, dass wir TATSÄCHLICH auf der anderen Seite der Welt, in Chile, in Vina del Mar angekommen sind und hier jetzt ein ganzes Jahr verbringen werden und ich nicht gleich in meinem Bett in Hamburg aufwache?

Hm. Wir sind also da. Sind wir WIRKLICH da? Das werde ich wohl noch herausfinden.

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