Letzten Sonntag haben Maiti, Laurencito und ich uns auf den Weg nach Valparaíso gemacht. Valpo – so wird die Stadt hier von allen genannt – liegt südlich von Vina, quasi eine Bucht weiter die Pazifikküste hinunter. Da sowohl Vina als auch Valpo sich weit über die angrenzenden Hügel ausbreiten, sind die beiden Städte fast wie eine große Stadt. Doch unterschiedlicher könnten sie für mich kaum sein. Während Vina auf mich wie eine sehr touristische und „ordentliche“ Stadt wirkt, mit ihren hohen Hotelburgen und schachbrettgeordneten Straßen, empfing uns Valpo viel lebendiger und vor allem um einiges bunter. Nach etwa einstündiger Fahrt in „la micro“ (den Bussen, mit denen wir uns hier hauptsächlich fortbewegen), stiegen wir an der Haltestelle Bellavista aus, welche direkt am Meer liegt. Von dort aus aus ging es dann hinein in die Stadt, hoch in Richtung des ehemaligen Gefängnisses, welches heute ein ziemlich cooler Parque Cultural ist. Dort haben wir uns ein wenig in die Sonne gesetzt, mit wunderschönem Ausblick über Valpos Dächer und das Meer im Hintergrund. Weiter ging es zum Ascensor Reina Victoria. Dieser ist ein seeehr steiler und ruckeliger Aufzug, der einen hoch zum Cerro Concepción befördert. Die vielen bunten Häuser, Wandmalereien und das ständige Auf und Ab der Straßen Valpos erinnern mich übrigens total an Lissabon 🙂 Oben auf dem cerro wanderten wir ein Weilchen durch die Gegend bis wir auf das Café Brighton stießen – ein Haus, das an die Villa Kunterbunt erinnert, auf einer Ecke am Rand des Hügels, mit phänomenalem Ausblick über Valpo und Vina, und vor allem mit gutem Kaffee. Guter Kaffee ist hier nämlich ein recht rares Gut, meist gibt es café instantáneo, aber an einem Sonntag dachten wir, darf man sich dann auch mal einen etwas teureren Cappuchino mit Ausblick gönnen 😉 Bis zum Sonnenuntergang saßen wir dort, genossen den Kaffee, die Sicht und die letzten Sonnenstrahlen und so neigte sich unser Ausflug am Sonntag, unserem einzigen freien Tag in der Woche übrigens!, dem Ende zu. Vor dem Einbruch der Dunkelheit machten wir uns auf den Weg nach Hause, denn nachts sollen wir uns noch nicht in alleine Valpo aufhalten, wurde uns geraten. Ziemlich gefährliches Pflaster, vor allem für blonde alemanas…
Fazit der sonntäglichen Unternehmung: Valpo find ich wunderschön, um einiges schöner als Vina und das Café Brighton wird zu einem unserer Lieblingsspots erklärt. Bevor ich erschöpft und zufrieden ins Bett fiel, konnte ich aus voller Überzeugung folgendes in meinen Kalender notieren (der auch als mein improvisiertes Tagebuch fungiert): „heute war einer der schönsten Tage, die ich bis jetzt hier hatte“. Und dann schloss das happy lama seine Äuglein:)